Heinz Sarkowski
Wolfenbütteler Bibliographie zur Geschichte des Buchwesens im deutschen Sprachgebiet (1840 - 1980). (WBB). Hrsg. von der Herzog August Bibliothek,
Wolfenbüttel. Bearbeitet von Erdmann Weyrauch unter Mitarbeit von Cornelia Fricke
(bis Band 4) und Ulrich Lauszus (Band 5 und 6). Vorwort Paul Raabe. München u.a.: K.
G. Saur 1991 - 1999. 5653 Seiten, 12 Bde. Geb. DM 2980,-.
Die weitaus umfangreichste Bibliographie zum deutschen Buch- und Bibliothekswesen
wurde 1999, nun zwölfbändig, abgeschlossen und kann damit in seiner Gesamtheit
beurteilt werden. In Buchform wird es kaum eine weitere geben, die - trotz aller Lücken
- so umfassend zu dokumentieren sich vornehmen wird. Die Initiative zu diesem Unternehmen
ging 1976 von Paul Raabe aus, damals Direktor der Wolfenbütteler Herzog-August-
Bibliothek. Nach einer Vorbereitungszeit von fast 15 Jahren erschien 1990 der erste Band. Wer
sich schwerpunktmäßig je mit bibliographischen Arbeiten beschäftigt hat,
wird der ausdauernden Arbeit der Wolfenbütteler den Respekt nicht versagen. Und man
hat den Eindruck, daß die Arbeit während des Erscheinens kaum geringer
geworden ist.
Umfang und Konzeption
Hatten die Herausgeber 1990 noch mit 80.000 Nachweisen in fünf Bänden
und einem Supplement gerechnet, so wurden es schließlich 116.821 Nachweise in
zwölf Bänden. Das ist ein imponierender Thesaurus. Doch man täusche sich
nicht: Horst Meyer, der zunächst in Wolfenbüttel für die Planungen
zuständig gewesen war, stellt seit 1980 eine ‚Bibliographie des Buch-und
Bibliothekswesens‘ zusammen, deren Jahresbände derzeit von 1980 bis 1997 reichen und
inzwischen etwa 110.000 Nachweise enthalten. Berücksichtigt man, daß bei Meyer
etwa 25% der Aufnahmen Rezensionen und Zeitungsaufsätze sind - diese schließt
die WBB aus -, so kämen wir für zwei Dezennien auf etwa 92.000 scheinbar
vergleichbare Eintragungen. Berücksichtigt man freilich die große Zahl der
Dubletten und die der obsoleten Eintragungen in der WBB, so ergibt sich annähernd ein
Gleichstand. Dies läßt einerseits erkennen, in welchem Umfang die Literatur des
Buch- und Bibliothekswesens angeschwollen ist, doch macht es andererseits auch deutlich,
welche großen Lücken die WBB aufweist. Diese Lücken werden vom
Herausgeber Erdmann Weyrauch in seinen Vorworten zu den Bänden 1, 5 und 7 mit
zunehmender Deutlichkeit auch freimütig eingestanden, und sie waren auch schon
Gegenstand aller Rezensionen, die eigene eingeschlossen (IASL 19. Band, 1994, Heft 1, Seite
208 - 212; zu den Bänden 1 - 3). - Zunächst sei die Bandgliederung der WBB
dargestellt:
- Band 1: Geleitwort. Allgemeines. Der Autor. Buchherstellung 1. Teil. 1990. - (17.192
Nachweise). Mit Sigelliste und Liste der verkürzt zitierten Sammelwerke.
- Band 2: Buchherstellung 2. Teil. 1991. - (11.818 Nachweise)
- Band 3: Buchherstellung, 3. Teil. Buchgattungen. 1992. (17.656 Nachweise)
- Band 4: Verlagswesen. Buchhandel. 1994. (17.218 Nachweise)
- Band 5: Bibliothekswesen, 1. Teil. 1996. (15.118 Nachweise). - Mit Vorbemerkung
- Band 6: Bibliothekswesen, 2. Teil. 1996. (15.229 Nachweise)
- Band 7: Der Leser. 1998. (8233 Nachweise). - Mit Vorbemerkung, aktualisierter
Sigelliste, Liste der verkürzt zitierten Sammelwerke, alphabetischem Verzeichnis der
Sachgruppen, sowie Verzeichnis der ausgewerteten und benutzten Zeitschriften und Periodika
- Band 8: Supplement. 1998. (14.350 Nachweise)
- Band 9: Register der Verfasser und anonymen Titel A - K. 1999. - Mit
Benutzerhinweisen
- Band 10: Dasselbe, L - Z. 1999. - Mit Benutzerhinweisen
- Band 11: Register der Länder und Orte. 1999. - Mit Benutzerhinweisen
- Band 12: Register der Personen. Register der Firmen, Gesellschaften, Institutionen sowie
Zeitschriften und Zeitungen. Alphabetisches Gesamtinhaltsverzeichnis, Systematisches
Gesamtinhaltsverzeichnis. 1999
Die Ausweitung des Werkes von sechs auf zwölf Bände hat mehrere
Gründe: Das bei der Planung nicht erkannte Titelvolumen beim Bibliothekswesen
machte zwei Bände nötig. Hinzukamen, noch vor dem Druck, Ergänzungen
zu anderen Fachgebieten und schließlich der Wunsch, durch mehrgliederige Register die
Erschließung des Titelmaterials zu erleichtern. Statt eines Registerbandes gibt es nun
deren vier. Der Anteil der insgesamt 14.350 Nachträge ist bei den ersten drei
Bänden mit durchschnittlich 22 Prozent naturgemäß besonders hoch. Hier
gibt es freilich gravierende Unterschiede: Während in der Rubrik ‚Auktions- und
Antiquariatskataloge‘ zunächst 66 Titel nachgewiesen sind, kommen im Supplement
weitere 408 Titel hinzu (Seite 402 - 421) und im selben Band gibt es nochmals weitere 3
(Seite 473).
Erschließung bisher nicht beachteter Bibliotheken
Um die Titel des Hauptteils und des Supplements rasch auffinden zu können,
empfiehlt sich zunächst ein Blick in das Alphabetische Gesamtinhaltsverzeichnis in Band
12, Seite 525 - 545. - Von 1990 bis 1992, als die Bände 1 bis 3 erschienen, war zudem
der Zugang zu den Bibliotheken in den östlichen Bundesländern wesentlich
erleichtert, und es wurden ergiebige Sammlungen wie die Bibliothek des Börsenvereins
in Frankfurt am Main, die bis dahin nicht konsultiert worden war, erschlossen. Hierdurch kam
es freilich auch zu etlichen weiteren Dubletten. Ein Beispiel dafür, daß es weder
eine elektronische noch eine optische Dubletten-Kontrolle gab, ist die ‚Geschichte des
Deutschen Buchhandels‘ von Kapp und Goldfriedrich, von der die Originalausgabe und der
Reprint unter zwei aufeinanderfolgenden Nummern (46.845f.) nachgewiesen wird, einmal mit
16, dann mit 18 Zeilen. Als Beispiel für Überflüssiges mögen
zahlreiche Verzeichnisse von Kleinstadt- und Vereinsbibliotheken genügen, deren
geringstes nur 3 Seiten Umfang hat (Nr. 86.596).
Da gemäß dem Titel der WBB Arbeiten des "deutschen
Sprachgebiets" nachgewiesen werden sollen, so müßten die zahlreichen
fremdsprachigen Titel ausgeschlossen bleiben. Wenn allerdings ausländische Autoren
berücksichtigt werden, deren Arbeiten thematisch oder methodisch besonderes Interesse
beanspruchen können, ist dagegen nichts einzuwenden. Leider wurde aber nicht in
diesem Sinn verfahren.
Die den Bänden 1 und 7 vorangestellten Listen (Sigel und verkürzt zitierte
Sammelwerke) geben Rätsel auf: In Band 1 sind 299 Bibliotheken, die die WBB im
Leihverkehr unterstützten, in der 'Sigelliste' mit zugehöriger Kennzahl genannt.
Warum sind es dann in Band 7 nur noch 153, obwohl etliche weitere Bibliotheken
angesprochen wurden? Diese Liste ist doch zugleich ein Danksagung an die im Leihverkehr
häufig beanspruchten Bibliotheken.
Mängel bei der Übersichtlichkeit der Listen
Besonders unklar ist die ‚Liste der zitierten Sammelwerke‘, deren Zahl von 173 auf 64
zurückging - trotz zahlreicher Neuaufnahmen. In Band 1 ist zum Beispiel ‚Bibliotheca
docet. Festgabe für Carl Wehmer‘ aufgeführt. Von deren 14 Beiträgen sind
5 mit dem Haupttitel zitiert, doch 9 waren über das Register nicht zu finden. Oder was
soll hier (in beiden Aufstellungen) das ‚Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur‘, aus dem zum
Beispiel ein 17zeiliger Text über den Börsenverein zitiert wird? Fachspezifische
Beiträge, sofern sie signiert sind, können durchaus angebracht sein, doch nicht
Beiträge der Redaktion. Wenn dieses Lexikon häufiger genutzt wurde, warum ist
dann nicht auch das ›Handbuch der Bibliothekswissenschaft‹ aufgeführt, das doch
wesentlich mehr einschlägige Beiträge enthält?
Je nach Fragestellung, ob die Arbeiten eines Autors insgesamt oder ob für ein
Teilgebiet Informationen gesucht werden, wird zu recherchieren sein. Lückenlos wird
man im Gesamtwerk die zu einem Thema gehörigen Titel gewiß nicht und schon
gar nicht auf Anhieb finden, denn schon in Band 2 hat der Herausgeber darauf hingewiesen,
daß "die Benutzung anderer Fachbibliographien" empfehlenswert bleibt. In
der Vorbemerkung zu Band 7 wird sogar freimütig eingestanden, daß "die
Titelmeldungen nichts anderes als eine - umfassende - Auswahl aus der Gesamtheit der
einschlägigen buch- und bibliotheksgeschichtlichen Literatur, die zwischen 1840 und
1980 publiziert wurde, darstellen" (7, IX). Und es werden hier auch Mängel in
aller Offenheit eingestanden, zum Beispiel sachliche Fehlzuweisungen. Hierauf war schon in
allen Rezensionen der bisherigen Bände besonders häufig hingewiesen worden.
Die Gliederung der Titelnachweise in reichlich 2000 Sachgruppen und das mit bis zu sieben
Stellen viel zu eng geknüpfte Dezimalsystem sind für jeden Benutzer eine
Zumutung. Statt dessen sollen nun einige Hinweise auf die Tücken der Register gegeben
werden. Dies ist schon hinsichtlich de Nachträge zu den Bände 1 bis 4
nötig, für deren Sachgruppen etwa jeder sechste Titel erst im Nachtrag zu finden
ist. Der Benutzer muß also stets an wenigstens zwei Stellen nachschlagen.
Phantasie bei der Recherche notwendig
Schon im Vorwort zu Band 1 (Seite XI) wurde der Benutzer zur "phantasievollen
Recherche" aufgefordert. Hierauf ist er bei den elektronisch generierten Registern ganz
besonders angewiesen. Das Register der Verfasser und der anonymen Titel, enthalten in Band
9 und 10, sieht vor, daß "Unterschiedliche Schreibweisen von Namen desselben
Verfassers" vereinheitlicht wurden (Band 9, Seite V). Das setzt allerdings eine genaue
Kenntnis der Fachautoren des jeweiligen Arbeitsgebietes voraus. So geschieht es zum Beispiel
bei Bogeng, dem ungemein fruchtbaren Fachschriftsteller. Am Anfang seiner zahlreichen
Beiträge steht ‚Bogeng, Gustav Adolf Erich‘. Er zeichnete freilich stets G.A.E.Bogeng.
Hier wären also eckige Klammern angebracht; in der Fachgruppe fehlen sie nicht.
(Analog ist F.Hermann Meyer behandelt, der den ‚Friedrich‘ stets hinter dem Initial
versteckte.) Bei Caspar Joseph Witsch gibt es z.B. drei unterschiedliche
Namenseinträge: ohne Vornamen, nur Josef und schließlich die gängige
Schreibung Caspar Joseph.
Wenn es in den Benutzerhinweisen in Band 10 heißt,
"Verschiedene Verfasser mit identischen [Vor- und Nachnamen] sind nicht in jedem Fall
einzeln registriert", so ist dies fatal, doch ohne tiefergehende Recherchen wäre
dieses Manko nicht zu beheben gewesen. Der Benutzer sei also vorbereitet. Auch daß zu
lange Titel im Register abgekürzt erscheinen, ist einzusehen. Nur vermißt man
dort, wo der verbliebene Titel zum Inhalt nichts mehr aussagt, daß ein Schlag- oder
Stichwort vorangestellt wird. Was fängt man denn an mit 22 Spalten, beginnend mit
‚Verzeichnis(ß)‘ oder einer Reihung von elf Spalten ‚Der Verlag ...‘ oder
‚Verlagskatalog ...‘, wenn der Firmen- oder Institutionsname nicht vorangestellt ist? Dies
hätte allerdings schon bei den Basisaufnahmen geschehen müssen.
Unter Schmidt, Rudolf, sind etwa 550 Lemmata nachgewiesen. Am häufigsten
beziehen sie sich auf sein Nachschlagewerk ‚Deutsche Buchhändler. Deutsche Verleger‘
(1902 - 1908), gelegentlich auch auf Namensvettern. Die Nachweise stehen entweder im
Alphabet der Firmennamen - wenn kein Vorname oder nur das Initial vorangeht - ansonsten
unter dem Vornamen. Bei Koch, Rudolf, sind 47 Lemmata nachgewiesen, darunter sind 18
Schriftproben und 3 Namensvettern. Sieben weitere Titel finden sich unter Rudolf
Koch.
Zum Verfasserregister
Bei einem Verfasserregister sollten die Vornamen erst nach einem Komma stehen, also auf
den Familiennamen folgen. Dies ist leider nicht bei Schriften der Fall, die den
vollständigen Namen als Titel führen. So findet man unter ‚Kröner Adolf‘
und ‚Kröner, Alfred‘ nichts, wohl aber unter deren Vornamen. Es gibt noch hunderte
anderer Beispiele. Da in der WBB, den ‚Preußischen Instruktionen‘ folgend, bei den
anonym erschienenen Titeln die mechanische Wortfolge gilt, finden sich
Jubiläumsschriften, die mit Hundert, Hundertfünfundzwanzig,
Hundertfünfzig o.ä. beginnen, hintereinander auf 22 Spalten (Band 9, S. 335 -
341). Etliche weitere gibt es unter Ein..., Zwei..., Drei etc. Hätte man hier nicht auf sie
verzichten sollen, da sie ohnehin auch im Firmenregister aufgeführt sind? Nicht mehr
kurios ist es, die etwa drei Spalten durchsehen zu müssen, in denen sich der Name hinter
einem ‚Dr.‘ versteckt oder den man nur unter ‚Prof.‘ oder ‚Professor‘ findet. (Zweites
Ordnungswort ist dann der Vorname!) Selbst ein vorangestelltes ‚VEB‘ kann die alphabetische
Einordnung bestimmen.
Verfolgen wir in den Registern beispielsweise das Bibliographische Institut (Gotha 1826,
Hildburghausen 1828 - 1874, Leipzig 1874 - 1990 bzw. Mannheim 1953 - ff.). Im Register der
Firmen finden sich 56 Titel (12, 387). (Was hätte ich für diese Auflistung gegeben,
wenn sie mir 1974 beim Beginn meiner Geschichte des Bibliographischen Instituts vorgelegen
hätte!) Im Ortsregister unter dem Stichwort ‚Leipzig‘ gibt es nur 3 Titel mit sechs
Nachweisen (11, 217); sie werden auch im Firmenregister genannt. Unter Hildburghausen gibt
es im Ortsregister dagegen 17 Nachweise auf das Bibliographische Institut, von denen sich
allerdings 6 nur auf die Arbeit in Leipzig beziehen. Alle 17 sind im Firmenregister vertreten.
Zum Personenregister
Im Personenregister gibt es unter ‚Meyer, Carl Joseph‘, dem Gründer des
Unternehmens, 28 Nachweise, von denen 5 nicht im Firmenregister zu finden sind. Im
Personenregister (12, 238) finden sich neben dem Namen des Gründers ferner 4
Nachweise für seinen Sohn Herrmann Julius, von denen 3 nicht im Firmenregister
stehen. Von Arndt Meyer, den Enkel, gibt es unter seinem Namen einen Nachweis im
Personenregister, der aber nicht im Firmenregister erscheint. Diese Beispiele zeigen, wie
problematisch es ist, ein Firmenregister herzustellen, ohne die Namen der Inhaber und die der
Leitenden zu kennen. Der EDV kann man diese Aufgabe natürlich nicht
überlassen. Hier wären natürlich manuelle Eingriffe nötig gewesen.
Im vorliegenden Fall hätte unter Carl Joseph, Herrmann Julius und Arndt Meyer ein
Hinweis auf das Firmenregister genügt, da in den unter ihrem Namen geführten
Aufsätzen und Schriften nur Aspekte der Firmengeschichte angesprochen werden. Dies
gilt modo grosso auch für die im Ortsregister genannten Firmen und Personen. Doch
derartige Wünsche kann eine EDV nicht erfüllen. Und eine manuelle Bearbeitung
ist zu zeit- und damit zu kostenaufwendig.
Zum Orts- und Firmenregister
Im Ortsregister füllt das Stichwort ‚Leipzig‘ die Seiten 207 - 243, darunter für
Leipziger Firmen 44 Spalten. Hier gibt es etliche Fehlzuweisungen wie etwa ‚Albert Langens
Verlagskatalog‘, der natürlich zu München gehört. Und warum stehen hier
nur 5 Veröffentlichungen zum Insel-Verlag und ein weiterer unter dem Namen des
Autors (Bergner, Walter), wenn im Firmenregister auf vier Spalten 216 Nachweise zu finden
sind? Teubner findet man unter Leipzig überhaupt nicht, es sei denn, man sucht unter
den Initialen des Vornamens ‚B.G.‘, unter ‚BGT‘, bei ‚Verlagskataloge‘ oder bei einzelnen
Autoren (sofern man sie kennt...). Mit 38 Titeln ist Teubner im Firmenregister gut
vertreten.
Wer über ein buchhändlerisches Unternehmen arbeitet, wird zunächst
im Firmenregister nachsehen. Da hier bei einer derart mechanischen Erfassung kaum alle Titel
zu finden sein werden, wird er / sie im Laufe der Arbeit auf Personen stoßen, die
für den Verlag von Bedeutung waren und sie im Personenregister zu finden suchen.
Beim Ortsregister hätte es also genügt, nur ortsspezifische
Veröffentlichungen aufzuführen, hinsichtlich der Firmen aber grundsätzlich
auf das Firmenregister zu verweisen.
Wo bleibt die WBB als CD-Rom?
Zusammenfassend ist zu den Registern leider festzustellen, daß die Tücken der
EDV nicht hinreichend berücksichtigt wurden und es ihr überlassen blieb, nach
den vorgegebenen Rubriken des siebenbändigen systematischen Katalogs und der ebenso
geordneten Supplementbände die 116.821 Titel zu sortieren und auszudrucken. Diese
Konsequenz wurde weder vorbedacht noch anhand einiger Prototypen fachgerecht
überprüft. (Hinsichtlich dieser Problematik hätte auf notwendige
Suchroutinen hingewiesen werden sollen, auch wenn dies etwas peinlich gewesen wäre.)
Es wurden auch die Rubriken des Registers typographisch nicht deutlich genug hervorgehoben.
Dies sind im Ortsregister für Leipzig zum Beispiel sieben an der Zahl, die kompreß
zwischen den Aufnahmen stehen. - Nur wegen der rein mechanischen Registerherstellung war
es möglich, die vier Bände in einem Jahr fertigzustellen.
Trotz der erheblichen Mängel bei der Zuordnung zu den Fachgruppen und der
hieraus generierten Register hat die WBB dennoch großen Wert in Teilbereichen. Es
bereitet freilich einen erheblichen Zeitaufwand (und Sachkenntnisse),
Zusammengehöriges zu ermitteln. So wird beispielsweise in Band 7 (Der Leser!) mit
1200 Titeln eine recht brauchbare Literaturdokumentation unter dem Rubrum
'Büchersammeln. Bibliophilie' gegeben. Teilgebiete muß man freilich unter
Exlibris, Pressendrucke, Widmungsexemplare etc. suchen. Die "‘disziplinlose‘
Gemengelage", wie es im Vorwort zu Band 1 (Seite XVI) leider zutreffend heißt,
hat ihre Tücken. Auch das Personen- und Autorenregister ist, trotz aller Lücken,
für jeden buch- und bibliothekswissenschaftlich Arbeitenden von Wert, wenn er von der
fragwürdigen Untermischung mit anonymen Titeln einmal absieht.
Der Herausgeber hat in seinen Vorworten ja schon auf die Notwendigkeit des
Übergangs auf ein elektronisches Medium hingewiesen. Hierfür sind in der
Titeldatenbank der WBB allerdings noch manche Eingriffe nötig, wenn das Titelmaterial
zum Beispiel auf einer CD-ROM mit größerem Nutzen zugänglich gemacht
werden soll. Es bleibt zu hoffen, daß der Verlag K.G.Saur, der in der Herstellung
elektronischer Medien über beachtliche Erfahrungen verfügt, das Titelmaterial in
absehbarer Zeit auch in elektronischer Form anbieten kann.
Heinz Sarkowski
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