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Düsseldorf als Thomas-Mann-Stadt
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Wer sich im deutschen Vereinswesen auskennt, dem ja auch literarische Gesellschaften unterliegen, wird sich nicht darüber wundern, dass die Gründung einer »Thomas Mann-Gesellschaft Düsseldorf«
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am 7. August (oder 7. Oktober?)
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2009 zu diplomatischen Irritationen mit der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft Sitz Lübeck e.V. führte. In Bonn war kurz zuvor ein »Ortsverein BonnKöln« der Gesellschaft mit obligatorischer Doppelmitgliedschaft gegründet worden – in Düsseldorf setzte man auf völlige organisatorische Selbständigkeit. So oder so erfolgen solche Gründungen gegen den Trend, klagen doch fast alle literarischen Gesellschaften über Nachwuchsmangel und eine überalterte Mitgliederstruktur. Ist also die Thomas-Mann-Forschung so lebendig und die Vermittlung seines Werks an ein breiteres Publikum so attraktiv, dass dafür eine Gesellschaft nicht ausreicht?
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Offenbar existierte in Düsseldorf ein entsprechender Bedarf, und die institutionellen Gegebenheiten sind dort gewiss besonders günstig: Nicht nur darf man sich seit Thomas Manns letzter Erzählung Die Betrogene (1953) als Thomas-Mann-Stadt fühlen, die dortige Universitäts- und Landesbibliothek beherbergt überdies mit der Thomas-Mann-Sammlung »Dr. Hans-Otto Mayer« eine bedeutende Forschungseinrichtung von weltweiter Ausstrahlung. Den für die Forschung noch immer wichtigsten Grundstock der Sammlung bilden die etwa 5000 Kopien von Briefen Thomas Manns, die der Düsseldorfer Buchhändler und Germanist Mayer in andernorts nicht erreichtem Umfang für die Regestausgabe der Briefe des Autors zusammengetragen hatte.
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Die heutige Kuratorin der Sammlung, Ute Olliges-Wieczorek, stellt im letzten Beitrag des hier anzuzeigenden Bandes »Geschichte, Sammlungsprofil und Nutzungsmöglichkeiten« der Einrichtung vor und macht sie damit weiteren potentiellen Nutzerinnen und Nutzern bekannt. Erwähnt werden wertvolle Ausgaben,
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Illustrationen, das systematisch geordnete Ausschnittarchiv und die Kopiensammlung der Briefe. Die vorbildlich benutzerfreundlich erschlossenen Archivalia machen die Thomas-Mann-Sammlung für jeden empirisch arbeitenden Forscher unverzichtbar.
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Die Neugründung der Thomas-Mann-Gesellschaft Düsseldorf erweist sich mithin als eng mit der Thomas-Mann-Sammlung verknüpft, und man wird vermuten dürfen, dass beide Institutionen voneinander zu profitieren hoffen.
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Die Herausgeber der Schriftenreihe bilden zugleich den Vorstand der Gesellschaft. Dabei handelt es sich um Düsseldorfer Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler sowie die stellvertretende Leiterin des Goethe-Museums Düsseldorf, Heike Spies. Neben dem Lokalbezug wird man daher einen deutlichen Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Nachwuchsarbeit erwarten dürfen, womit die Gesellschaft zweifellos einen starken eigenen Akzent setzen kann. Freilich zeigt die nun vorgelegte ›Visitenkarte‹, dass man Kompromisse schließen muss und auf ›große‹ Namen und etablierte Themen angewiesen bleibt, um ein zahlenmäßig größeres Vortragspublikum und zahlungskräftige Vereinsmitglieder anzulocken.
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Absetzung vom ›Mainstream‹: Perlen vor die Säue, eine philologische Überraschung und Tigersprünge
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Der Band dokumentiert die im ersten Vereinsjahr gehaltenen Vorträge sowie einen Beitrag der Gesellschaft zu einem Thementag »Thomas Mann« bei der Düsseldorfer »Nacht der Bibliotheken« 2009. Den Anfang macht Johannes Roskothen mit einem Aufsatz über »Figurationen des Abstiegs« in Buddenbrooks, in dem er im Untertitel des Romans, »Verfall einer Familie«, dessen »Wahrheitsgehalt« sehen möchte (S. 5). Diese absteigende Linie, mit Kai Graf Mölln als einzigem »Gegenentwurf« (S. 10), wird zwar deutlich herausgearbeitet, erscheint jedoch (mit einem Seitenhieb gegen »[z]ahlreiche Buddenbrooks-Interpreten« [S. 9]) zu schematisch, um neue Einsichten in den Roman zu gewinnen.
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Im Falle Volkmar Hansens wird man mit Fug und Recht sagen können, dass er mit »Thomas Manns Verhältnis zu Heinrich Heine« ein Lebensthema rekapituliert – und er dürfte überdies inzwischen ein Doyen der Düsseldorfer Thomas-Mann-Forschung genannt werden. Seine Dissertation über Thomas Manns Heine-Rezeption von 1975 ist ein Standardwerk; gleichwohl sind die Heine-Bezüge in Manns Texten, verglichen etwa mit dem Einfluss Schopenhauers und Nietzsches, in der Forschung nicht so präsent, wie es der Bedeutung Heines für Mann angemessen wäre. Diese Bedeutung könnte Hansen anhand zahlreicher Belege durch das Gesamtwerk höchst eindrucksvoll nachweisen – wenn er sich und seinem Plädoyer für »Thomas Manns differenziertes Verständnis« Heines (S. 26) sowie den Herausgebern mit der unredigierten Publikation seines Vortrags nicht eher einen Bärendienst erwiesen hätte. Darüber, dass der Leser gebeten wird, ein »Blatt […] zu Rate zu ziehen, das ich ausgeteilt habe« (S. 17), kann man noch schmunzeln. Weniger amüsant sind Grammatikfehler wie Verwechslungen von »das« und »dass« (S. 21: »denn dass heißt«; S. 25: »Und das wir […] es ihm verweigern«) oder missglückte Sätze (S. 25: »Der Begriff der Bosheit, den er dann Settembrini aussprechen lässt, heißt ja auch Fortschritt, dass er dadurch zustande komme.«), störend auch die ständigen (nach Konrad Beikircher rheinischen) Konjunktive: »Man müsste davon sprechen, dass […]« (S. 30), »Man müsste darauf verweisen, dass […]« (S. 31), »Es wäre […] zu nennen, dass […]« (S. 32 und 33), »Davor müsste man […]«, »Im Erwählten könnte man […]«, »Ich könnte hier auch […]« (beides S. 35), »Man müsste noch hinzunehmen, dass […]«, »Es wäre dann zu sehen, dass […]« (beides S. 36). Daraus spricht der Gestus eines, der es offenbar gründlich leid ist, weiter seine Heine-Perlen vor die Säue der Thomas-Mann-Forschung zu werfen. Dass dem Editor und Kommentator des Doktor Faustus, Ruprecht Wimmer, »unzulängliche Heine- und Archiv-Kenntnis« attestiert wird (S. 35), mag das Ressentiment erklären, das aus dem Beitrag spricht – zu einer künftig angemesseneren Würdigung seiner Thesen wird er dadurch so wenig beitragen wie durch die Verbotstafel, die er einem Zweig der Thomas-Mann-Forschung entgegenhält, »der sich besonders mit dem Judentum beschäftigt und ihn zu einem halben Antisemiten macht« (S. 24). An Yahya Elsaghes diskurgeschichtlichen Forschungen (der hier gar nicht genannt wird) mag man manches kritisieren – dass sich seine Fragestellungen »schon aus familiären Gründen« »völlig« verböten und Thomas Mann »ein Philosemit« gewesen sei (ebd.), fällt in der ›Stringenz‹ der Verbotsbegründung auf Hansen zurück.
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Dass es auch anders geht, belegt der folgende Beitrag des Politologen und Philosophen Reinhard Mehring, dessen Deutung Thomas Manns als eines politischen Philosophen
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in der Mann-Forschung nicht unumstritten ist und der auch nicht ganz ohne Polemik gegen die Literaturwissenschaft auskommt, die »ihre Dichter oft nicht ernst« nehme und »literarische Texte vom Subtext her« (S. 38) lese (wieso nimmt man sie bei einer solchen Lektüre nicht ernst?). Man sieht, wohin das führt: zur Ablehnung bzw. Leugnung von Polysemien und zum Beharren auf Eindeutigkeit, wenn etwa Thomas Mann in Fiorenza ganz »auf Seiten Lorenzos und der Florentiner Kulturstaatlichkeit« (S. 45), in dezidierter Ablehnung Savonarolas, verortet wird. Mehrings Vorschlag, Manns letzten Werkplan Luthers Hochzeit als »Thomas Manns letzte politische Dichtung« (so der Titel seines Beitrags) zu lesen, ist gleichwohl anregend und setzt eine sich dem ersten Blick vielleicht nicht sofort erschließende Dimension des Werkplans ins Licht. Mehring erkennt in Manns Projekt die Intention, »liberale Alternativen« zur deutschen Geschichte vorzuführen und »die Möglichkeit eines ›anderen Deutschland‹ im reformatorischen Anfang der Nationalgeschichte« aufzusuchen (S. 52). »Zweifellos hätte es Manns konservativ-revolutionäre Grundidee realisiert, eine historische Krisenlage durch den Rückgang in die Anfänge der Weichenstellung zu lösen.« (S. 52 f.)
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Wenn die drei ersten Beiträger ihre Thesen in Absetzung vom tatsächlichen oder vermeintlichen ›Mainstream‹ der Thomas-Mann-Forschung zu profilieren suchen, so könnte man darin mit aller Vorsicht eine erste Stoßrichtung des Bandes erkennen. Sascha Kirchner führt indes vorbildhaft vor, wie eine Forschungslücke ganz ohne Polemik umso wirkungsvoller gefüllt werden kann. Es geht um die »Lebensfreundschaft« Thomas Manns mit Bruno Frank, über dessen Leben und Werk Kirchner promoviert wurde.
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Das Verhältnis Manns zu Frank war bereits 1911 so eng, dass Mann dem bedürftigen Doktoranden 7000 Mark lieh (vgl. S. 57). Frank brachte ihn dann am 10. Dezember 1918 sogar dazu, eine Versammlung des Münchner »Politischen Rates geistiger Arbeiter« zu besuchen, um seine Rede »Von der Menschenliebe« (von Mann im Tagebuch als »nicht ohne Anmut, aber sybaritisch und grübchenhaft« charakterisiert) anzuhören (vgl. S. 61 f.). Frank machte Korrekturvorschläge für den Zauberberg, betrieb »Öffentlichkeitsarbeit« für Mann (S. 67) und war dann im kalifornischen Exil Manns Nachbar. Beide sprachen 1942 vor dem »Congressional Committee on Evacuation of Alien Enemies«, wobei Kirchner gegen Manns »egozentrische[ ]« Darstellung ihres Auftretens Franks überzeugendes Plädoyer würdigt (S. 75).
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Zum Schluss wartet der Beitrag noch mit einer handfesten Überraschung, wenn nicht einer kleinen Sensation auf. Kirchner zitiert aus dem (im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrten) Geburtstagsbrief Franks an Mann vom 3. Juni 1945, wenige Tage vor seinem Tod:
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Mir ist, als wäre Ihr Werk – oder doch sehr wesentliche Teile davon – ein grosses Epitaph auf eine Nation, eine Kultur, eine Epoche, und vereinigte trotzdem, oder gerade deshalb, von allen Dreien das Beste. An einem schönen Tag ist die Stunde, ehe die Sonne hinuntergeht, immer die allerschönste. […] Klingt das alles melancholisch? Das soll es wahrhaftig nicht. Es kommt mir vor, als seien die wirklich zählenden epischen Werke fast immer Werke des Abschieds gewesen. (Zit. S. 77 f.)
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Angesichts der Übereinstimmungen in der Sache und im Wortlaut ist es kaum anders vorstellbar, als dass Thomas Mann diesen Geburtstags- und Abschiedsbrief sechs Jahre später vor sich liegen hatte, als er 1951, im Zusammenhang des Abschlusses des Romans Der Erwählte, in Variationen sein poetisches Credo formulierte. In den Bemerkungen zu dem Roman ›Der Erwählte‹, entstanden als Kommentar zur amerikanischen Ausgabe des Romans, schreibt er:
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[…] ich habe wenig dagegen, ein Spätgekommener und Letzter, ein Abschließender zu sein und glaube nicht, daß nach mir diese Geschichte und die Josephsgeschichten noch einmal werden erzählt werden […]. Mir ist, als käme nichts mehr. Oft will mir unsere Gegenwartsliteratur, das Höchste und Feinste davon, als ein Abschiednehmen, ein rasches Erinnern, Noch-einmal-Heraufrufen und Rekapitulieren des abendländischen Mythus erscheinen, – bevor die Nacht sinkt, eine lange Nacht vielleicht und ein tiefes Vergessen.
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Am 3.11.1951 ergänzt er dann diesen Befund an Eberhard Hilscher: »Endbücher zu schreiben scheint seit Buddenbrooks meine Aufgabe zu sein […].«
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Und wenn er am 15.4.1951 an Hans Joachim Mette präzisiert: »Das ist weniger anmasslich als melancholisch gemeint […]«,
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so klingt das wie eine postume Antwort auf Bruno Frank.
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Mit dem Abdruck von Hans Rudolf Vagets Beitrag »Zu Gast im Weißen Haus: Thomas Mann und Franklin D. Roosevelt«, einem Auszug aus dem zweiten Kapitel seines Buches Thomas Mann, der Amerikaner,
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können die Herausgeber eine ›Win-win-Situation‹ herstellen: Der Aufsatz wirbt für das Buch des Verfassers und schmückt zugleich mit dessen Prominenz und der inhaltlichen und stilistischen Qualität seiner Ausführungen den Band.
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Kirsten von Hagen schließt in ihrem Beitrag über »Liebe, Oper, Transgressionen bei Thomas Mann und Thea Dorn« an ein anderes Buch von Vaget an
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und möchte die Operndarstellung in Thomas Manns Wälsungenblut stärker im europäischen Kontext verorten (vgl. S. 114), indem sie »Transgressionen« in Operndarstellungen von Flaubert, Hoffmann, Stendhal und anderen vergleichend heranzieht. Im Fokus der Ausführungen steht diesmal allerdings nicht Thomas Mann, sondern Thea Dorns Roman Ringkampf (1996), in dem von Hagen »eine Aktualisierung und eine Réécriture« der skizzierten Tradition literarischer Operndarstellungen »aus feministischer Perspektive« erblickt (S. 127).
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Markus Lorenz widmet sich unter dem Titel »Von Schneeblumen und Blumenschnee« »[w]iederholte[n] Spiegelungen« in Manns Roman Der Zauberberg. »Wiederholte Spiegelungen« sind hier allerdings nicht im Goethe’schen Sinne so zu verstehen, dass sie zu wechselseitiger Erhellung führen würden, stattdessen soll an einzelnen Beispielen chiastischer Strukturen der Nachweis geführt werden, dass »jede Wahrnehmung und jeder Sachverhalt immer auch eulenspiegelhaft verkehrbar, aus der umgekehrten Perspektive zu interpretieren« seien (S. 143). Lorenz will die Funktion eines metaphorischen »Übersetzungsgetriebes« veranschaulichen, das unter anderem dazu führe, dass »[d]ie organische Natur und das technische Konstrukt […] wechselseitig analoges Vor- und Nachbild« seien und »einander im metaphorischen Gegenbild« wiederholten (S. 146).
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Nicht nur, wie im Titel angekündigt, mit den Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull beschäftigt sich Frank Weiher; vielmehr unternimmt er den einen oder anderen inhaltlichen und argumentativen »Tigersprung«, was aber zu Thomas Mann passe, weil er »selber an allen Ecken und Enden seines Werks« solche Sprünge vollziehe (S. 175). Weiher kommt über Hamlet und Don Quixote auf die auch für Krull relevante »Grenze zwischen Realität und Illusion, zwischen Authentizität und Schein« (S. 164) und umkreist vor allem die Frage: »Wie kommt es […], dass Felix Krull eine Welt zum Liebesobjekt wählt, die eher zum Pessimismus und zur Todesverherrlichung einlädt, als dass sie es verdienen würde, geliebt zu werden?« (S. 170) Angesichts der Doppelexistenz des »pickligen Schauspielers Müller-Rosé« stellt Weiher die Frage: »Poetischer Funke oder gekrümmte Existenz?«, aus der Krull den »richtigen Schluss« ziehe: »Die Unterscheidung zwischen Bühne und Garderobe ist für das Leben nicht statthaft. Zwischen Schein und Wirklichkeit läßt sich im Leben nicht unterscheiden.« (S. 181) Weiher seinerseits zieht daraus den Schluss, »im Leben die Performance zu verbessern und den poetischen Funken glühen zu lassen!« (S. 182).
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Fazit
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Wie sieht es also nun mit der »Performance« des ersten Bandes der Düsseldorfer Beiträge zur Thomas Mann-Forschung aus? Braucht die deutsche Thomas-Mann-Forschung neben dem renommierten Thomas Mann Jahrbuch ein weiteres Organ? Im wissenschaftlichen Bereich belebt Konkurrenz auf jeden Fall das Geschäft, so dass die Forschung von der Neugründung profitieren kann, wenn diese ein überzeugendes Profil gewinnt. Ansätze sind vorhanden. Neben dem für die Gesellschaft unverzichtbaren Lokal- bzw. Regionalbezug wäre unter anderem die Tendenz zur Thesenbildung gegen den (tatsächlichen oder vermeintlichen) ›Mainstream‹ zu nennen (wobei man mit Polemik sparen und die Argumente für sich sprechen lassen sollte) sowie die Einbeziehung von Autoren, die sich Thomas Mann von anderen Forschungsfeldern her nähern. Auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftlern sollte ein Forum geboten werden, wobei dann durchaus auch eher spielerische und experimentelle Zugänge, die andernorts weniger berücksichtigt werden, Platz finden können, sofern sie philologisch austariert werden. Im Übrigen gilt hier wie andernorts, dass nicht alles, was vorgetragen wird, auch gedruckt werden muss. Es kann dem Renommee der Schriftenreihe nur nützen, wenn sich das Herausgebergremium gegen einen Automatismus der Dokumentation von Vorträgen eine Qualitätskontrolle vorbehält (was ja keineswegs dazu führen muss, dass unkonventionelle oder kontroverse Beiträge nicht mehr aufgenommen würden). Insofern bleibt zu hoffen, dass die Konjunktur der Thomas-Mann-Forschung anhält und sich aus seinen Texten weiterhin glühende Funken schlagen lassen.
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